Indischer Meteoritenfall

 

Titelseite einer indischen Tageszeitung

 

 

 

 

ABENTEUER INDIEN

Eines Morgens im September rief mich ein Bekannter an und erzählte mir von einem spektakulären indischen Meteoritenfall am 12. September 2008. Sofort kontaktierte ich eine Freundin und wir reisten umgehend nach Indien.


Kaum angekommen, las ich beim Frühstück auf der Titelseite einer indischen Zeitung die fettgedruckten Lettern „Meteorite, not bomb“. Wie berichtet wurde, waren unter Donnergetöse und grellen Lichterscheinungen große Brocken vom Himmel gefallen, die manche der verängstigten Einheimischen zunächst für Bombenangriffe hielten. Nachforschungen ergaben jedoch, dass es sich um Meteoriteneinschläge handelte.

 

Mich konnte natürlich nichts mehr halten. Von Meteoriten unaussprechlich fasziniert, hatte ich bereits vor Jahren mein Architekturbüro geschlossen, um mich ganz meiner Begeisterung widmen zu können. In über 20 Expeditionen in die Wüsten Afrikas und Asiens habe ich mich seither auf die Suche nach den außerirdischen Gesteinsbrocken gemacht. Aber eines hatte ich bisher noch nie gesehen: den wenige Tage alten Einschlagkrater eines frisch gefallenen Meteoriten. Ohne zu zögern fuhr ich zum Ort des Geschehens. Dort angekommen machte ich die Bekanntschaft der freundlichen Menschen, die noch stark unter dem Eindruck dieses faszinierenden, aber auch beängstigenden Ereignisses standen. Geradezu ehrfürchtig beschrieben sie mit aufschlussreichen Gesten, aus welcher Richtung die Steine mit der Geschwindigkeit von Raketen unter ohrenbetäubendem Lärm und grellen Blitzen auf sie zugerast seien. Die Einschlagsstellen, die sie mir bereitwillig zeigten, befanden sich zum Teil in gefährlicher Nähe zu den Wohnhäusern. Ein besonders großer Brocken war in die Teerstraße in einem der betroffenen Dörfer eingeschlagen und hatte dort ein tiefes Loch hinterlassen. Beeindruckt erzählte mir ein junger Mann, wie ein riesiger Brocken – später stellte sich heraus, dass er 35 kg wog – in einen See einschlug und eine Fontäne von über 15 Metern verursachte. Wie bereits gesagt, dachten manche der Einheimischen im ersten Schock, sie würden bombardiert. Andere rannten in Panik ins Freie, weil die Erde stark vibrierte und sie befürchteten, ein Erdbeben würde ihre Häuser zum Einsturz bringen. Eine Frau erklärte mir, sie dachte bei den ohrenbetäubenden Explosionen schlicht die ganze Welt ginge unter.

 

Nachdem wir uns zwei Tage intensiv mit den Leuten ausgetauscht hatten, fuhren wir mit zahlreichen Notizen, Eindrücken und Bildern im Gepäck an verschiedene Orte dieses faszinierenden Landes, wo wir noch mehrere wertvolle Wochen verbringen durfte. Von allen Reisen, die ich rund um den Globus bisher unternommen habe, war dies sicherlich eines der Highlights.

 

Einschlagsloch in einer Strasse