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Stein-Meteorite

 

 

Enstatit, Rumuruti und andere Chondrite

 

 

 

Enstatit Chondrite (E-Chondrite)

Rumuruti Chondrite (R-Chondrite)

Andere Chondrite (K, F, B-Chondrite)

Kakangari Chondrite (K-Chondrite)

Forsterit Chondrite (F-Chondrite)

"Bencubbinite" (B-Chondrite)

 

 

 

 

Enstatit Chondrite

Die Enstatit Chondrite, oft auch kurz E-Chondrite genannt, sind eine seltene Gruppe von Chondriten, die sich in mancher Hinsicht von den gewöhnlichen und kohligen Chondriten unterscheiden. So müssen sie z.B. in einer sehr sauerstoffarmen Umgebung entstanden sein, weil nahezu alles Eisen in diesen Meteoriten in reduzierter, metallischer Form auftritt. Auch ihr Pyroxenanteil enthält kein Eisen und tritt nur in der magnesiumreichen Form Enstatit auf, eine Tatsache, die ihnen ihren Namen gab. Petrologisch umspannen die E-Chondrite alle Klassen von 3 bis 7, wobei die Klassen 3 und 6 besonders häufig vertreten sind. Wie die gewöhnlichen Chondrite werden die E-Chondrite oft auch nach ihrem Eisengehalt in Untergruppen unterteilt, so dass manche von ihnen als EH- oder EL-Chondrite klassifiziert wurden. Dennoch dürften alle Enstatit Chondrite von ein und demselben Mutterkörper stammen. Manche Forscher nehmen an, dass dieser in grosser Nähe zur Sonne zu suchen ist, vielleicht im Bereich der Umlaufbahn des Merkurs, weil die Entstehung der E-Chondrite eine besonders sauerstoffarme, reduzierende Umgebung voraussetzt. Andere Forscher vermuten eine Entstehung im inneren Bereich des Asteroidengürtels, und erst zukünftige Forschungen werden uns Aufschluss über die tatsächliche Herkunft der E-Chondrite geben.

 

Rumuruti Chondrite

Die Rumuruti oder R-Chondrite werden nach dem Fall von Rumuruti, Kenia, benannt und sind in mancher Hinsicht das Gegenteil der E-Chondrite. Sie sind zwar ähnlich selten, aber das in ihnen enthaltene Eisen ist nahezu gänzlich oxidiert oder liegt in Form verschiedener Eisensulfide vor. Auch der in den R-Chondriten enthaltene Olivinanteil ist erstaunlich eisenreich und verleiht ihnen ihre dunkle, oft rötliche Erscheinung. Im Vergleich zu den gewöhnlichen Chondriten finden sich in den R-Chondriten relativ wenige Chondren. Petrologische Grade von 3 bis 6 wurden gefunden, wobei verhältnismässig viele R-Chondrite sogenannte Brekkzien verschiedener Grade sind, was auf eine bewegte Vergangenheit des Mutterkörpers mit zahlreichen Einschlägen schliessen lässt. In manchen Rumuruti Chondriten werden auch Einschlüsse von kohligem Material gefunden, was ein weiterer Hinweis auf die impaktreiche Geschichte des Rumuruti-Mutterkörpers ist.

 

Andere Chondrite

Neben den bekannteren Gruppen gibt es noch einige andere Chondrit-Klassen, von denen jeweils nur ein paar Vertreter beschrieben wurden. Diese Gruppen sind eher "hypothetisch", das heisst nicht vollständig von der modernen Meteoritenkunde als eigenständige Klassen anerkannt. Dennoch sollen sie hier Erwähnung finden:

 

Kakangari Chondrite

Die Kakangari Chondrite, auch kurz K-Chondrite genannt, tragen ihren Namen nach dem Fall von Kakangari. Petrologisch entsprechen die bisher gefundenen Meteorite dieser Gruppe der Klasse 3. Ihr Oxidationsgrad liegt zwischen dem von gewöhnlichen und Enstatit Chondriten, und sie besitzen eine einzigartige isotopische Signatur, die darauf schliessen lässt, dass sie von einem eigenen Mutterkörper stammen.

 

Forsterit Chondrite

Die Forsterit oder F-Chondrite sind nur als Einschlüsse in anderen Meteoriten bekannt und wurden von bestimmten Lithologien des Aubriten von Cumberland Falls, USA, beschrieben. Mineralogisch bestehen sie offenbar primär aus dem Olivinendglied Forsterit, was sie zu einer einzigartigen Gruppe macht. Allerdings wurden bislang keine vollständigen Meteorite dieser Gruppe auf der Erde gefunden, und daher ist diese Klasse als hypothetisch anzusehen.

 

Bencubbinite

Die Bencubbinite, manchmal auch B-Chondrite genannt, bestehen gerade mal aus einer Handvoll von Mitgliedern und wurden nach dem Fall von Bencubbin benannt. Sie enthalten neben kohligem Material sehr viel Eisen, was manche Forscher bewogen hat, sie in die Kategorie der Steineisenmeteorite einzuordnen. Chemisch stehen sie allerdings den kohligen Chondriten des CR-Clans und den CH-Chondriten recht nahe, so dass anzunehmen ist, dass sie zumindest in einem ähnlichen Bereich des präsolaren Urnebels auskristallisierten. Es ist aber auch möglich, dass sie Muster verschiedener Regionen ein und desselben Mutterkörpers repräsentieren - möglicherweise ist dies 2 Pallas, der zweitgrösste Asteroid in unserem Sonnensystem!

 

Kohlige Chondrite
Gewöhnliche Chondrite
Achondrite